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Bild: Martins Loch von Beat Plüss

Wie lerne ich fliegen?
Anfangs steht der Untersuch beim Arzt, dann viele Flüge mit dem Fluglehrer am Doppelsteuer rund um den Flugplatz. An den nassen Tagen (die gibts ja genügend bei uns) wird Theorie gebüffelt.
Eines schönen Tages kommt der Moment, wo auf dem ganzen Flugplatzgelände plötzlich alles Wertvolle hinter Deckung gebracht wird: Der erste Alleinflug!


Auf vielen weiteren Flügen allein oder mit dem Fluglehrer, immer weiter von der Basis entfernt, werden möglichst viele Situationen, die im Flug vorkommen, geübt. Nach Bestehen der Theorieprüfung darf die praktische Prüfung absolviert werden: Ein vorher bekanntes Programm mit Kreisen, Wendemanövern, etc. und eine Ziellandung. Bild: Weisshorn v. Beat Plüss


Zwei Flüge müssen erfüllt sein, jeder Flug darf einmal wiederholt werden. Bei bestandener Prüfung ist die Freiheit nicht grenzenlos: Erst muss viel Erfahrung gesammelt werden, denn beim Segelfliegen gilt mehr als anderswo: Übung macht den Meister! Bild: Mönch von Beat Plüss


Weshalb fliegt ein Segelflugzeug?
Achtung, hier kommt eine geballte Ladung Physik! Das Profil des Flügels erzeugt bei der Vorwärtsbewegung auf der Oberseite einen Unter- und auf der Unterseite einen Überdruck. Die Differenz ist zwar sehr klein, über die gesamte Flügelfläche ( ca. 10 m2) ergibt sich aber genügend Kraft, um das Flugzeug in der Luft zu halten.Der Widerstand des Flugzeuges wird bei Motorflugzeugen durch den Propeller ausgeglichen, bei den Seglern wird durch stetigen Höhenverlust potentielle (Schwerefeld-) Energie in kinetische (Bewegungs-) Energie umgewandelt. Dadurch kann der Luftwiderstand des Flugzeuges überwunden werden. Das Verhältnis Auftrieb zu Widerstand entspricht dann dem sogenannten Gleitwinkel, z. B. 50 : 1. Ein solches Flugzeug fliegt mit einem Kilometer Höhe 50 Kilometer weit.


Wie starten Segelflugzeuge? Hauptsächlich gibt es 5 Startarten:

- Windenstart mit Benzin-, Diesel- oder Elektrowinde: Vom einen Pistenende, wo die Winde steht wird ein Stahlkabel zum anderen gezogen, wo die Flugzeuge stehen. Das Seil wird schnell eingezogen, das Flugzeug steigt steil zum Himmel. Mit 1000 m Seil erreicht man je nach Wind und Flugzeug über 500 m Höhe. Diese Startart ist sehr wirtschaftlich und verursacht kaum Immissionen. Man ist aber auf den Flugplatz beschränkt.
- Flugzeugschlepp: An einem Seil wird der Segler von einem Motorflugzeug in die Luft geschleppt. Vorteil: Man kann jeden Ort und jede Höhe erreichen, allerdings mit höheren Immissionen.

- Eigenstart: Segelflugzeuge mit Klapptriebwerk können z. T. selber starten. Dies ist wirtschaftlich und ökonomisch sinnvoller als der Flugzeugschlepp, da sich nur das Segelflugzeug selbst in die Luft bringen muss und dies wegen seiner überlegenen Aerodynamik viel effizienter macht als das Motorflugzeug. Die Emmissionen des zurückfliegenden Schleppers entfallen ebenso. Die Vorteile bleiben aber gewahrt. Heute haben viele neuere Segelflieger diese Möglichkeit, was allerdings die Anschaffung deutlich verteuert.


-Autoschlepp: An einem Auto ist ein Seil befestigt, an dem das Segelflugzeug geschleppt wird. Benötigt sehr viel Platz, wird in der Schweiz praktisch nicht durchgeführt.

- Katapult- bzw. Gummiseilstart: Nur noch aus Nostalgiegründen. An einem Hügel wird das Flugzeug durch ein Gummiseil in die Luft “gespickt”. Benötigt 10 bis 20 das Seil ausziehende Helfer und einen baumfreien Auslauf... Unsere Grossväter kamen noch in den Genuss dieser Startmethode. Äusserst ökologisch, einzige Immission ist der Schweissgeruch der sog. Gummihunde und gelegentlich eine unchristliche Bemerkung der Ärmsten..

Bild:
Pizz Rosegg, Beat Plüss


Wer baut Segelflugzeuge?
Alle wesentlichen Wettbewerbe werden von Piloten mit deutschen Flugzeugen gewonnen.
Hersteller sind u.a. die Firmen Glaser-Dirks (DG 505, DG 600, DG 800, DG 1000), Schempp-Hirth (Duo-Discus, Discus II, Nimbus), Schleicher (ASK 21, ASH 25, ASW 27 und ASW 28) und Rolladen-Schneider (LS-4, LS-6, LS-8, LS-9). Die Firma Stemme baut exklusive Zweisitzer.
An den deutschen Universitäten gibt es sogenannte Akafliegs, die interessante Entwicklungen durchführen. Bild: Säntis & Churfirsten, Beat Plüss


In diesem Umfeld entstand z. B. der Antares, der erste Elektrosegler der Welt.
Eine lange Tradition haben die Hersteller aus Tschechien (Blanik) und aus Polen (Junior, SZD 55, PW-5). Ebenfalls aus dem Osten, aus Litauen nämlich, stammen die Flugzeuge der Firma Lithuanian Aviation Constructions LAK. Die LAK 12, die LAK 17a und die LAK 19 sind vor allem aufgrund ihres konkurrenzlos tiefen Preises bekannt, bei dennoch sehr guter Qualität.
Bild:
Rhonegletscher, Beat Plüss


In Frankreich baut Centair Flugzeuge, oft in Lizenz bzw. abgewandelt (ASW 19 als Pégase)
In den USA gab es einst bekannte Firmen, z. B. Schweitzer. Durch die Produktehaftpflicht und Prozessfreudigkeit wurde jede Neuentwicklung für Serienfertigung abgewürgt. Bausätze, die zu mindestens 51% selber gebaut werden müssen, sind hingegen beliebt. Bild: Fiescher Gletscher, Beat Plüss


Aus iuristischen Gründen wurde ein aussergewöhnlicher Segler, der Genesis II, an die Firma LAK lizenziert, welche auch den Service und Vertrieb übernimmt. Die Schweiz und Österreich waren in der Pionierzeit durchaus in den vordersten Rängen mit dabei. Seit Ende der sechziger Jahre wurden es in beiden Ländern immer weniger Hersteller. Heute ist nur mehr Teilefertigung und Reparatur angesiedelt. Die Firma Mecaplex zum Beispiel gilt als bester Hersteller von Capots. Bild: Spannort, Beat Plüss


Wieviel kosten Segelflugzeuge?
Segelflugzeuge werden anhand der Konstruktionsmerkmale in verschiedene Klassen eingeteilt. Der Konstruktionsaufwand schlägt sich direkt im Preis nieder.
Standardklasse: ca. Fr. 100 000.-
15m - Klasse: ca. Fr. 115 000.-
18m - Klasse: ca. Fr. 125 000.-
Offene Klasse: Fr. 150-200 000.-
Hilfsmotor: zusätzlich Fr. 25 - 35 000.-, je nach Stärke.
Clubklasse (PW-5): Fr. 23 500.- ohne Anhänger
Bild:
Urirotstock von Beat Plüss


Eine absolute Top-Orchidee wie der Nimbus 4DM mit Motor kostet über Fr. 250 000.-
Er ist ein eigenstartfähiger Doppelsitzer mit besten Eigenschaften. Wer sich ein solches Wunderwerk der Technik nicht leisten will oder kann, findet auf dem Occasionenmarkt günstige Flugzeuge ab Fr. 25 000.- Bild: Aegerisee, Beat Plüss


Der Unterhalt ist nicht allzu teuer, sofern die Eigenleistung gross genug sein kann. Grössere Reparaturen dürfen bei der heutigen Kunststofftechnologie jedoch nur durch Fachleute ausgeführt werden. Die Versicherung kostet ca. Fr. 2000.- pro Jahr. Der Zeitaufwand am Boden und in der Luft ist nicht bezifferbar - der Ertrag macht manchmal jede finanzielle Betrachtung überflüssig: Schweben wie ein Vogel, frei sein, eins mit der Natur... Bild: Berner Alpen, Beat Plüss


Welche Instrumente hat ein Segelflugzeug?
Vorgeschrieben sind: Magnetkompass, Höhenmesser und Fahrtmesser. Heute stets dabei: Funkgerät, pneumatisches und elektrisches Variometer (zeigt akustisch das Steigen und Sinken an), Integrator, Endanflugrechner. Bild: Wannenhorn, Beat Plüss


Zusätzlich gibt es heute GPS, komplizierte Endanflugrechner, für Wolkenflug ist ein künstlicher Horizont und Wendezeiger unerlässlich, für Höhenflüge Sauerstoffüberwachung.
Das Wichtigste und Einfachste: Ein Wollfaden aussen am Capot (zeigt die Anströmungsrichtung an) und der Magen (gibt tendenziell ein gutes oder ungutes Gefühl an)...Bild: Urirotstock, Beat Plüss


Kann ich auch mitfliegen?
Selbstverständlich! Jede Gruppe, auch die SG Möve, besitzt Doppelsitzer, mit denen man Passagierflüge unternehmen kann. Für Details ist aber ein persönliches Gespräch notwendig, da die Versicherungsbedingungen prohibitiv geworden sind.

Bild:
Jungfraujoch von Beat Plüss


Aus welchen Materialien besteht ein Segelflugzeug?
Früher waren die Segelflugzeuge aus Sperrholz mit Stoffbespannung; später auch aus Stahlrohr mit Bespannung oder Beplankung. Mitte der sechziger Jahre wurde die Gemischtbauweise eingeführt (Holz und glasfaserverstärkter Kunststoff GfK). Bei modernen Konstruktionen werden mit Kohlefasern, Aramidfasern (Kevlar, etc.) und auch mit Glasfasern verstärkte Epoxyharze verwendet.
Bild:
Rhonegletscher & Matterhorn, Beat Plüss


Welche Wettbewerbe gibt es?
Grundsätzlich: Auch wenn dieser Sport auch “nur zum Plausch” betrieben werden kann, setzt er eine gute körperliche und geistige Kondition voraus! Auf regionaler und nationaler Ebene werden Wettbewerbe ausgetragen. Jährlich finden Schweizermeisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften statt. Klubintern gibt es dann noch eine Vielzahl von fröhlichen Wettbewerben, z. B. die Ziellandekonkurrenz. Dabei gilt es, möglichst nahe an ein Steckchen auf der Piste zu rollen oder auf möglichst kurzer Strecke (aber flugtechnisch korrekt) zu landen, etc. Bild: Silberhörnli v. Beat Plüss


Oldtimertreffen sind eine Art Schönheitswettbewerb und dienen zum Austausch von viel Erfahrung und noch viel mehr Fischerlatein... Bei kompetitiven Wettbewerben kann der Pilot sich in seiner Flugzeugklasse durch Teilnahme an regionalen Auscheidungen (RAL) für die Schweizer Meisterschaften qualifizieren. Diese Wettbewerbe dauern eine bis zwei Wochen (Wetter!) und beinhalten unterschiedlich schwierige Aufgaben, bei denen nebst Geschwindigkeit die Taktik, das Können und gelegentlich das Wetterglück entscheidend sind. Bild: Schreckhorn, von Beat Plüss


Die Klassen:
Hier ist momentan vieles im Fluss. Neu ist die Weltklasse mit einem einheitlichen Flugzeug, dem polnischen PW-5. Dies ist ein billiges Flugzeug (Kosten ca. Fr. 23 500.- ohne Anhänger, aber mit Instrumenten). Gegen die deutsche Konkurrenz, welche für ihre Höchstleistungsflugzeuge bis zu 10 x mehr verlangt, ist er zwar chancenlos. Bild: Concordiaplatz, von Beat Plüss


Aber so können sich auch weniger finanzkräftige Flieger an Wettbewerben beteiligen. Ausserhalb Mitteleuropa ist der PW-5 bereits weit verbreitet, hierzulande wehrt sich die deutsche Hersteller-Lobby (noch) mit Erfolg. Wahrscheinlich aber dennoch eine Totgeburt angesichts der Dominanz der Deutschen. Bild: Tödi, Beat Plüss


Standardklasse: 15 m Spannweite, keine Wölbklappen erlaubt. Rennklasse: Ebenfalls 15 m Spannweite, Klappen hingegen erlaubt. Offene Klasse: Quasi die Königsklasse, mehr oder weniger alles erlaubt ausser der Gebrauch (nicht aber der Einbau von) Hilfsmotoren. Extrem hochgezüchtete, teure Flugzeuge. Bereits beschlossen ist eine 18 -m Klasse. Zur Diskussion steht auch noch eine Doppelsitzer - Klasse. Der folgende "Fahrplan" ist nicht unabänderlich, er zeigt aber, dass in unserer Sportart momentan viel im Fluss ist. Bild: Finsteraarhorn, Beat Plüss


WM 2003: neu die Clubklasse und die Weltklasse (PW 5) mit einem Piloten pro Nation.
Die Offene Klasse wird auf einen Piloten pro Nation reduziert.
WM 2005: 18-m-Klasse mit einem Piloten pro Nation.
Die 15-m-Klasse wird auf einen Piloten pro Nation reduziert.
WM 2007: Teamklasse mit einem Team pro Nation.
Die Standard-Klasse wird auf einen Piloten pro Nation reduziert.

Bild:
Welle über dem Prättigau, Beat Plüss


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